Konzept

 

Ziele für die pädagogische Arbeit und Bildung in der Kindertagespflege

 

 

 

Meine pädagogsiche Arbeit an und mit den Kindern möchte ich durch mehrere Punkten (er-)füllen.

 

 

 

Als Erstes versuche ich, Stärken hervorzuheben, um die Kleinen in Dingen, in denen sie gut sind, weiter zu fördern. Gleichzeitig möchte ich auch eventuelle Schwächen beheben, indem ich gesondert auf diese eingehe.

 

 

 

Da schon Säuglinge und auch Kleinkinder höchst lernmotiviert und auch lernfähig sind, ist dies die lernintensivste Zeit im Leben eines Menschen. Es ist auch nur in diesen ersten Jahren, in welchen sich die Synapsen im menschlichen Gehirn ausbilden und dieser Vorgang durch lernen gefördert werden sollte.

 

 

 

Die Stärken werde ich fördern, indem ich den Kleinen eine entwicklungsfördernde, störungsfreie Lernumwelt schaffe, in welcher sie sich wohlfühlen, die ihr Interesse weckt und in welcher sie auch die notwendige Erholung beziehen können.

 

Sie sollen mit anderen Kindern eine gleichwertige (symmetrische) Beziehung eingehen, um untereinander kommunizieren und, ggf. vom anderen lernen, bzw. ihm helfen zu können. Diesen Aspekt der „Selbstbildung“ werde ich beobachten, wahrnehmen und unterstützen.

 

 

 

Von Zeit zu Zeit starten Projekte, die ich begleitend verfolge, in welchen sich die Kinder aber weitestgehend selbständig verwirklichen sollen. Beim Lösen eventueller Probleme werde ich sie anleiten, indem ich folgende 5 Schritte mit ihnen durchgehe:

 

 

 

  • Problemdefinition

    (eine genaue Beschreibung des Fehlers/Problems)

  • Zielbestimmung

    (realistische(s) Ziel(e), welche(s) für den Lösungsprozess festgelegt wird)

  • Suche nach Lösungen/Alternativen

    (Möglichkeiten finden, dann Vor -und Nachteile abwägen, sowie eventuelle Umsetzungsschwierigkeiten herausfiltern)

  • Umsetzung

    (gegenseitige Unterstützung beim Ausführen)

  • Erfolgskontrolle

    (Effektivität der Umsetzung wird getestet)

 

 

 

 

 

 

 

Weiterhin wird es Projekte geben, in denen ich ko-konstruktiv (also gemeinsam) mit den Kindern arbeite. Hierzu zählen zum Beispiel Bastelarbeiten mit Werkzeugen, Scheren, Kleber, etc.

 

Während solcher Projekte steht vor Allem der Dialog zwischen der Pflegeperson und dem Kind/den Kindern im Vordergrund, denn Fragen (der Kinder) und Antworten (der Pflegeperson) dienen hier nicht nur zur Ausweitung der Kommunikation, sondern beseitigen in erster Linie Unklarheiten, fördern das Nachdenken, das Lernen und den Erwerb von neuem Wissen.

 

Aber auch andersrum soll der Dialog stattfinden.

 

So werde ich gezielt Fragen stellen, über die sich das Kind/die Kinder Gedanken machen sollen, bevor sie - optimalerweise – selbstständig auf die Antwort kommen.

 

 

 

 

 

Geeignete Arten unterstützender Fragen können sein:

 

 

 

  • Klärendes Spiegeln

    (Fragen wiederholen und eventuell umformulieren, um zu überprüfen, ob das Kind verstanden hat)

     

  • Aufmerksamkeit weckende Fragen (was passiert da?)

    (Versuch, Interesse und/oder Neugierde hervorzurufen, damit das Kind sein Vorwissen mobilisiert und zu forschen/entdecken beginnt)

     

  • Vergleichsfragen

    (Suche nach Unterschieden oder Ähnlichkeiten bei einem Geschehnis oder Objekt, um die Konzentration zu intensivieren)

     

  • Handlungsfragen (was würde passieren?)

    (dienen dazu, das Kind/die Kinder experimentieren zu lassen und etwas zu verändern, was zur Folge hat, dass auf diese Weise neue Erkenntnisse oder Kompetenzen erlangt werden können)

     

  • Informationsfragen (wie lang/schwer/breit etc.?)

    (Das Kind/die Kinder sollen alle Sinne einsetzen, Blickwinkel verändern, um so an neue Informationen zu gelangen)

     

  • Problem aufwerfende Fragen (warum passiert das?)

 

(Bildung von Hypothesen durch bereits Erlentes; Aneignung neues Wissens und Weiterentwicklung der Fähigkeiten)

 

 

 

Diese Art der Problemlösung funktioniert allerdings nur bei den etwas größeren Kindern (ab 1,5 Jahren ca.), wenn sie schon das Verständnis dafür haben und vielleicht auch schon vor Problemen standen, welche sie allein oder mit Hilfe gelöst haben, bzw. lösen konnten.

 

 

 

Hier ein Beispiel für die Arbeit (unterstützende Fragen) mit 1,5 jährigen oder älteren Kindern:

 

 

 

Wir machen eine Bastelarbeit mit Kleber und Schere.

 

In Schritt 1, dem klärenden Spiegeln, stellt man z.B. die Frage, ob das Kind verstanden hat, dass mit einer Schere nur Papier geschnitten wird und der Kleber nicht in den Mund gehört. Diese Frage formuliert man zur Sicherheit noch einmal um, damit man sicherstellen kann, dass das Kind den Gebrauch der Materialien verstanden hat.

 

 

 

In Schritt 2 versucht man, das Interesse an dieser Arbeit zu wecken.

 

Was passiert, wenn du mit der Schere in das Papier schneidest?

 

 

 

Die Vergleichsfragen (Schritt 3) können gestellt werden, wenn das Kind z.B. 2 Formen ausgeschnitten hat.

 

Welcher Gegenstand ist kleiner/größer oder länger/kürzer?

 

Damit wird die Konzentration auf die Gegenstände gerichtet.

 

 

 

Der Schritt 4 könnte beinhalten, dass man das Kind das Papier einfach durchschneiden lässt, damit es auf diese Weise experimentieren und neue Erkenntnisse erlagen kann.

 

 

 

 

 

Die Informationsfragen (Schritt 5) sollen dazu dienen, dass das Kind seine Sinne noch intensiver einsetzt. So kann es z.B. das Objekt drehen, anfassen, fühlen oder riechen, um so an neue Informationen zu gelangen.

 

 

 

Im letzten Schritt soll das Kind bereits Erlerntes Wissen anwenden, um dadurch seine Fähigkeiten erweitern zu können.

 

 

 

Für die kleineren (1-1,5 Jahre) sieht eine Problembewältigung etwas vereinfachter aus.

 

 

 

Hier ein Beispiel dafür:

 

 

 

Kind 1 hat ein Buch, mit welchen es sich gerade beschäftigt. Auch Kind 2 würde dieses Buch gern haben wollen. In diesem Fall würde ich versuchen, Kind 2 mit einem anderen Gegenstand abzulenken, bis Kind 1 das Interesse an dem oben genannten Buch verloren hat.

 

Nun biete ich Kind 2 dieses Buch an, damit es sich damit beschäftigen kann.

 

 

 

Des Weiteren ist es mir sehr wichtig, das Prinzip der Partizipation zu vermitteln, in welchem es darum geht, dass die Kinder mitbestimmen und mithelfen können und sollen. So können sie dann zum Beispiel frei mitentscheiden, ob wir rausgehen oder drinnen spielen wollen oder aber mithelfen, den Esstisch zu decken, eigenes Spielzeug wieder wegzuräumen oder sich eigenständig die Hände zu waschen.

 

Durch dieses Prinzip werden dann auch gleichzeitig das Sozialverhalten, die Selbständigkeit und die Persönlichkeit des Kindes gefördert.

 

Erzielen die Kleinen zum Beispiel beim Aufräumen oder Anziehen Erfolge, werden so ihre Persönlichkeit und die Selbständigkeit gestärkt, was sich wiederum positiv auf das Sozialverhalten auswirkt, da zufriedene Kinder, sich und anderen gegenüber, weniger aggressiv sind.

 

 

 

Weiterhin möchte ich die Persönlichkeit und das Sozialverhalten mit gemeinsamen Unternehmungen und Spielen fördern, sowie die Sprachentwicklung durch geeignete Maßnahmen (z.B.: Bilderbücher: Bilder beschreiben und/oder Worte erlenen) in die richtige Bahn lenken, da diese Fähigkeiten auf dem späteren Lebensweg unerlässlich sind.

 

 

 

Ein anderer Punkt meiner Agenda ist die Erlebnis -und Naturpädagogik.

 

Wie bereits in meiner persönlichen Vorstellung geschrieben, werden wir sehr oft draußen sein, um dort zu spielen, zu sammeln, zu erleben und zu erkunden.

 

 

 

 

 

Denn die Kinder sind vor Allem eines: Forscher und Entdecker.

 

 

 

Deshalb sollen gern viele Fragen gestellt werden, wie Gegenstände heißen, woher sie kommen, was sie bezwecken, wozu man etwas benutzen kann, etc., damit ich es ihnen dann näher bringen kann.

 

Ein gesunder Mix aus spielen und lernen an der frischen Luft ist wichtig, damit die Kleinen für ihren späteren Weg wissen, dass es auch ein Leben außerhalb der Wohnung gibt, sie so ein besseres Verständnis für Flora und Fauna bekommen und sie lernen, diese auch zu respektieren.

 

 

 

Was mindestens genauso wichtig ist, wie die oben genannten Dinge, ist die Motorik. Auch dieses Gebiet soll hier zur Entfaltung kommen, indem ich Spiele und Übungen anbiete, die sowohl Grob - als auch Feinmotorik fördern. Diese Spiele und Übungen möchte ich gern mit Musik begleiten, da Musik positive Reize in Kindern auslöst, was das komplexe Denken, die Kreativität, die Sprachfertigkeit, Ausbildung neuer Denkmuster, die Hand -Augenkoordination, die Aufmerksamkeit und die Konzentration positiv beeinflussen (kann).

 

 

 

 

 

Natürlich sind alle bisherigen Punkt kein straffes Programm. Es wird so angeboten, wie es passt, bzw. wie die Kinder Lust und Interesse daran haben.

 

Da sie in ihrem Leben noch mehr als genug lernen (müssen), wird auch das Freispiel bei mir nicht zu kurz kommen und einen wichtigen Platz in meinem Tagespflegealltag einnehmen.

 

 

 

 

 

 

 

Tagespflegealltag

 

 

 

Der Tagespflegealltag in meiner Einrichtung beginnt immer mit einer Schale frischem Obst und ein oder zwei einfachen, sportlichen Übungen, welche die Kinder schnell erlernen können. Dieses gemeinsame essen und üben soll den Zusammenhalt fördern und die Kinder in Ruhe bei mir ankommen lassen.

 

 

 

Wenn das Wetter mitspielt, gehen wir raus und unternehmen lustige und interessante Dinge, wie zum Beispiel:

 

 

 

Ausflüge (Tagestouren)

 

Spaziergänge

 

Spielplätze besuchen

 

 

 

Im Normalfall reiche ich gegen 11:30 Uhr das selbstgemachte Mittagessen, welches gemeinsam gegessen wird. Im Anschluss folgt dann entweder eine Ruhephase für die Kinder, die keine Mittagsstunde machen oder aber eine Mittagsstunde für diejenigen Kinder, die ihren Mittagsschlaf noch benötigen/einfordern.

 

Nach der Mittagsstunde, bzw. der Ruhephase geht es nochmal an die frische Luft, so es das Wetter zulässt.

 

 

 

Aber auch für schlechte Tage ist gesorgt. Sollte die „Draußenaktivitäten“ einmal ersetzt werden müssen, biete ich den Kleinen attraktive und kreative Angebote.

 

 

 

Neben zahlreichen Mal -und Bastelangeboten, können die Kinder natürlich auch tanzen, singen, turnen, sich entspannen oder im Freispiel „einfach nur spielen“.

 

 

 

 

 

Beobachten und Dokumentieren

 

 

 

Da alle Schritte in der Entwicklung eines Kindes wichtig sind, werde ich die Kleinen während der Zeit bei mir genauestens beobachten und alle wichtigen Geschehnisse dokumentieren.

 

Zum Einen ist das Dokumentieren wichtig für mich, damit ich dicht am Kind dranbleibe und mich ein, -bzw. umstellen kann, sollte es notwendig sein.

 

Zum Anderen ist das Dokumentieren natürlich für die Eltern von besonderem Interesse, damit sie ggf. entsprechende Schritte einleiten können, sollten z.B. Entwicklungsstörungen vorliegen.

 

Dazu werde ich für jedes Kind eine separate Mappe erstellen, in welche die Eltern jederzeit Einblick erhalten können. Außerdem werden in dieser Mappe auch Bilder der Kinder, sowie selbst erstellte Arbeiten zu finden sein, die die Eltern dann spätestens am Ende der Betreuungszeit von mir erhalten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gestaltung von Übergängen

 

 

 

Kommen neue Kinder zu mir, werden diese nach dem „Berliner Modell“ in meine Tagespflege integriert.

 

Das Ziel dieser Eingewöhnung besteht darin, eine tragfähige Beziehung zwischen der Tagespflegeperson und dem Kind herzustellen, während die Hauptbezugsperson anwesend ist. So soll dem Kind bewusst werden, dass es bei mir sicher aufgehoben ist und sich gut und schnell in den neuen Lebensabschnitt einfügen kann.

 

 

 

Bevor neue Kinder kommen, werde ich die bestehende Gruppe auf den Neuankömmling vorbereiten, damit die Kinder sich einstellen und „dem Neuen“ das Ankommen vielleicht sogar erleichtern können.

 

Abschiede werden rechtzeitig vorbereitet, indem ich mit den Kindern gemeinsam eine Abschiedszeremonie für das jeweilige Kind erarbeite. Es werden kleine Bastel -oder Malarbeiten angefertigt, die das scheidende Kind dann als Erinnerung mit nach Hause nehmen darf. Außerdem werde ich die Kleinen durch Gespräche und erlebte Geschichten, die an gemeinsame Zeiten erinnern sollen, auf den Abschied vorbereiten.

 

 

 

 

 

Zusammenarbeit mit den Eltern

 

 

 

Da die Eltern uns das wichtigste, was sie haben, in Obhut geben, wünsche ich mir in erster Linie natürlich eine sehr gute und lückenlose Zusammenarbeit, welche bereits mit dem Kennenlerngespräch startet.

 

So sollen alle offenen Fragen, sowie andere Angelegenheiten, wenn möglich, sofort geklärt oder besprochen werden.

 

 

 

Sollten sich im Verlauf der Betreuung weitere Punkte entwickeln, werden diese in „Tür -und Angelgesprächen“, sowie in terminierten Entwicklungsgesprächen, besprochen. In den Entwicklungsgesprächen werde ich dann die, für das jeweilige Kind angelegte Dokumentationsmappe, mit einbeziehen, um den Eltern von meiner Seite aus das Problem, bzw. die Entwicklungsschritte, klar darlegen zu können. Weiterhin werde ich die Eltern darauf hinweisen, dass sie bitte zu solchen Gesprächen ebenfalls eine Stichpunktliste mitnehmen, damit die Unterhaltung sich auf die wichtigen Angelegenheiten fokussiert. Wenn diese durchgenommen sind, können auch andere Themen angegangen werden.

 

 

 

In „Tür -und Angelgesprächen“ werden die Eltern, zum Beispiel, kurz über den Tagesablauf informiert, bzw. können die Eltern Angelegenheiten an mich herantragen, die dann in den oben genannten Entwicklungsgesprächen ausführlich besprochen werden.

 

 

 

Des Weiteren möchte ich gern, sofern möglich, einen „Oma und Opa-Tag“ (bzw. andere Bezugspersonen) anbieten. So kann das Kind an einem bestimmten Tag in der Woche von den Großeltern, Onkel, Tante, etc. abgeholt werden. Dies soll unter Anderem dazu beitragen, dass das Familiengefüge gestärkt wird und die Kleinen sich auch an andere Bezugspersonen gewöhnen (können).

 

 

 

Zu verschiedenen Anlässen, z.B.: Weihnachten, möchte ich gern, wenn von den Eltern gewünscht, eine kleine Betreuungsveranstaltung anbieten. So können Eltern, Kinder und Tagespflegeperson einen gemeinsamen und entspannten Nachmittag bei Kaffee und Kuchen (plus jeder Menge Süßigkeiten für die Kinder) verleben, an welchem auch einmal Platz für private Angelegenheiten oder Geschichten ist.

 

 

 

Kooperation und Qualitätssicherung

 

 

 

Um die Qualität meiner Betreuung zu sichern und zu verbessern, werde ich jährlich an Fortbildungen und Vernetzungstreffen teilnehmen.

 

 

 

Außerdem möchte ich mich von Zeit zu Zeit mit anderen Tagespflegepersonen treffen, um Erfahrungen auszutauschen und es den Kindern zu ermöglichen, auch Kontakte zu anderen Kindern zu erhalten. Hier sind zum Beispiel Unternehmungen wie Ausflüge zu Spielplätzen, in die Bibliothek oder der Phänomenta angedacht.

 

 

 

Natürlich stehe auch ich in direkter Verbindung zur Abteilung Kindertagespflege der Stadt Flensburg. Hier können Eltern und Tagespflegepersonen sich über neue Gegebenheiten informieren oder sich mit eventuellen Problemen an die Damen und Herren wenden.

 

 

 

 

 

Durch Gespräche mit anderen Tagespflegepersonen, Eltern und dem Fachpersonal der Stadt erlangt man ständig neue Erkenntnisse. Auch im Tagespflegealltag ergeben sich oft neue Situationen, die ich dokumentieren möchte, um sie mir in ruhigen Momenten noch einmal vorzuhalten.

 

Durch das Prinzip der (Selbst-)Reflexion möchte ich mich so besser auf Neuerungen einstellen und meine Tagespflege für die Kinder, die Eltern und natürlich auch für mich, verbessern.